Posts mit dem Label Sprachen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sprachen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 23. Januar 2012

Bei Wind und Wetter gehen wir auf Zeitreise.

Heute möchte ich zu den derzeit vielerorts herrschenden meteorologischen Verhältnissen eine kurze sprachliche Betrachtung beisteuern.

Zunächst ein Beispielsatz:
"Bei Wind und Wetter gingen wir um den See herum."

Die Redensart Wind und Wetter ist doch irgendwie merkwürdig, um nicht zu sagen unsinnig, nicht wahr?

Denn der Begriff Wetter kann ja wohl kaum zur Bezeichnung einer bestimmten Wetterlage wie hier eines Sturms dienen; schließlich herrscht immer irgendein "Wetter", sei es heiß oder kalt, windstill oder stürmisch, trocken oder regnerisch.

Aber irgendeinen nachvollziehbaren Sinn muss das Wetter in Wind und Wetter doch haben!

Könnten wir es hier möglicherweise mit einer Tautologie zu tun haben?
Eine Tautologie ist "die Wiedergabe des gleichen Sachverhalts durch mehrere Synonyme" (zitiert nach Wikipedia, de.wikipedia.org/wiki/Tautologie_(Sprache)
Stand: 22.Januar 2012).

Dann würde Wetter also auch Wind bedeuten?!

Nun ja, das ist nicht so.

Anstatt uns mit der nach wie vor bestehenden Ratlosigkeit abzufinden, sollten wir vielleicht einen Blick auf andere indoeuropäische Sprachen, genauer gesagt, auf einige slawische Sprachen werfen.

Dort trifft man auf Wörter, die dem deutschen Wetter sehr ähnlich sehen:

vítr (tschechisch) (Das v ist in etwa wie dt. w auszuprechen.)

wiatr
(polnisch)


ветар/vetar (serbisch) (Das v ist in etwa wie dt. w auszuprechen.)

ветер (veter) (russisch) (Das v ist in etwa wie dt. w auszuprechen.)

Und was bedeuten all diese Wörter?

WIND !!

Wegen der gemeinsamen indoeuropäischen Wurzel der genannten Sprachen und des Deutschen könnte ich mir deshalb vorstellen, dass das deutsche Wetter früher auch Wind bedeutet hat.

Womit das Rätsel gelöst wäre.
Aber, wie gesagt, es ist nur eine Vermutung.

Wenn Sie, sehr geehrte Leserinnen und Leser, etwas darüber wissen, wäre ich für einen Kommentar dankbar. Sonstige Kommentare sind natürlich genauso willkommen.

Bis zum nächsten Mal!


Autor: Rechtsanwalt Sven Ringhof, www.prilaro.de



Donnerstag, 13. Januar 2011

Weihnachten in verschiedenen Sprachen

Nach dem Weihnachstfest ist vor dem Weihnachstfest, und deshalb ist es nicht zu früh, uns heute einmal damit zu beschäftigen, wie der Begriff "Weihnachten" in verschiedenen Sprachen wiedergegeben wird.

Es existieren da wohl drei unterschiedliche Herangehensweisen.

a) Das Wort für "Weihnachten" bezieht sich auf die Jahreszeit und ihre astrophysikalische Bedeutung bzw. die damit in Zusammenhang stehenden heidnischen oder naturreligiösen Riten.
Weihnachten fällt ja bekanntlich in etwa mit der Wintersonnwende zusammen, und gerade dieses Naturereignis liegt dem ungarischen Wort für Weihnachten, "karácsony", (auszusprechen in etwa káratschoni), zu Grunde.
"Karacsóny" hat seinen Ursprung nämlich entweder in bestimmten bulgarischen Dialekten, wobei das Ursprungswort eben gerade "Sonnenwende" bedeutet, oder in einem albanischen Wort, das eigentlich Holzklotz bedeutet und auf im Winter zelebrierte heidnische Feuerrituale hindeutet (http://hu.wikipedia.org/wiki/Kar%C3%A1csony#A_sz.C3.B3_etimol.C3.B3gi.C3.A1ja), die wohl der symbolischen Vernichtung des Winters dienten.

b) In anderen Sprachen dagegen finden sich Ausdrücke mit eindeutig christlichem Bezug.
Das russische Wort für Weihnachten lautet "Рождество Христово" (auszusprechen in etwa Roschdistwó Christówa), wörtlich übersetzt ergibt das "Geburt Christi".
Auf serbisch heißt Weihnachten "божiић" (auszusprechen in etwa bóschitsch), worin das Wort "бог" (auszusprechen in etwa bog), enthalten ist, das Gott bedeutet.

c) Das deutsche Wort "Weihnachten" und sein tschechisches Pendant "vánoce" (auszusprechen in etwa wáhnotze), scheinen schließlich, was den Gegensatz von heidnisch bzw. naturreligiös und christlich betrifft, eine neutrale Stellung einzunehmen.
Denn als eine besondere, weihevolle Zeit empfinden sowohl Heiden als auch Christen die Tage und Nächte zwischen Heiligabend und Dreikönig.

Autor: Rechtsanwalt Sven Ringhof, www.prilaro.de

Dienstag, 1. Dezember 2009

Herzlich willkommen!

Herzlich willkommen, liebe Leserinnen und Leser!

In diesem Blog möchte ich mich mit dem Thema Sprache beschäftigen.
Es sollen verschiedene Sprachen sowie verschiedene Aspekte, zum Beispiel, Grammatik, Stilistik u.v.m. erörtert werden.
Als Jurist interessiere ich mich besonders für dieses Thema, denn was ist Recht anderes als in Worte gegossene (Staats-)Gewalt?

Mehr von mir und über mich finden Sie hier:
www.prilaro.de
http://zapadong.blogspot.com