Sprichwörter geben in wenigen Worten Lebensweisheiten wieder.
Sind Sprichwörter deshalb in allen Sprachen identisch?
Schauen wir uns ein paar Beispiele an!
Wir alle kennen das Sprichwort Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Damit soll die wohl leider zutreffende Beobachtung ausgedrückt werden, dass man sich bisweilen zu früh freut und dann enttäuscht wird.
Das ist eine universale Tatsache, und so verwundert es nicht, dass ein fast identisches Sprichwort in der serbischen Sprache existiert: Једна ласта не чини пролеће/Jedna lasta ne čini proleće. Wörtlich übersetzt bedeutet es Eine einzige Schwalbe macht nicht den Frühling.
Davon sollte man sich aber nicht die Laune verderben lassen, denn es gibt auch in der kalten Jahreszeit Hoffnung auf Spaß, wenn nur folgende Bedingung erfüllt ist: Ist die Katze aus dem Haus, denn dann tanzen die Mäuse. Das ist auch in Ungarn so, dort sagt man Nincs otthon a macska, cincognak az egerek. Der einzige Unterschied ist, dass die ungarischen Mäuse nicht tanzen, sondern lieber quietschen!
Oder vielleicht sollte man sich sowieso mit dem zufrieden geben, was man hat, ansatt sich zu beklagen, dass man etwas nicht hat.
Besser ein Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach.
Oder wo auch immer, denn die Serben sagen:
Боље врабац у руци него голуб на грани/Bolje vrabac u ruci nego golub na grani.
Hier sitzt die Taube nicht auf dem Dach, sondern auf einem Ast, ansonsten ist die serbische Version dieser Lebensweisheit wörtlich identisch mit der deutschen.
Nicht nur für ungarische Reiter gilt dagegen: Ha nincs ló, szamár is jo. Wenn kein Pferd da ist, ist auch ein Esel gut.
Na dann!
Autor: Rechtsanwalt Sven Ringhof, www.prilaro.de
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Freitag, 11. Februar 2011
Donnerstag, 13. Januar 2011
Weihnachten in verschiedenen Sprachen
Nach dem Weihnachstfest ist vor dem Weihnachstfest, und deshalb ist es nicht zu früh, uns heute einmal damit zu beschäftigen, wie der Begriff "Weihnachten" in verschiedenen Sprachen wiedergegeben wird.
Es existieren da wohl drei unterschiedliche Herangehensweisen.
a) Das Wort für "Weihnachten" bezieht sich auf die Jahreszeit und ihre astrophysikalische Bedeutung bzw. die damit in Zusammenhang stehenden heidnischen oder naturreligiösen Riten.
Weihnachten fällt ja bekanntlich in etwa mit der Wintersonnwende zusammen, und gerade dieses Naturereignis liegt dem ungarischen Wort für Weihnachten, "karácsony", (auszusprechen in etwa káratschoni), zu Grunde.
"Karacsóny" hat seinen Ursprung nämlich entweder in bestimmten bulgarischen Dialekten, wobei das Ursprungswort eben gerade "Sonnenwende" bedeutet, oder in einem albanischen Wort, das eigentlich Holzklotz bedeutet und auf im Winter zelebrierte heidnische Feuerrituale hindeutet (http://hu.wikipedia.org/wiki/Kar%C3%A1csony#A_sz.C3.B3_etimol.C3.B3gi.C3.A1ja), die wohl der symbolischen Vernichtung des Winters dienten.
b) In anderen Sprachen dagegen finden sich Ausdrücke mit eindeutig christlichem Bezug.
Das russische Wort für Weihnachten lautet "Рождество Христово" (auszusprechen in etwa Roschdistwó Christówa), wörtlich übersetzt ergibt das "Geburt Christi".
Auf serbisch heißt Weihnachten "божiић" (auszusprechen in etwa bóschitsch), worin das Wort "бог" (auszusprechen in etwa bog), enthalten ist, das Gott bedeutet.
c) Das deutsche Wort "Weihnachten" und sein tschechisches Pendant "vánoce" (auszusprechen in etwa wáhnotze), scheinen schließlich, was den Gegensatz von heidnisch bzw. naturreligiös und christlich betrifft, eine neutrale Stellung einzunehmen.
Denn als eine besondere, weihevolle Zeit empfinden sowohl Heiden als auch Christen die Tage und Nächte zwischen Heiligabend und Dreikönig.
Autor: Rechtsanwalt Sven Ringhof, www.prilaro.de
Es existieren da wohl drei unterschiedliche Herangehensweisen.
a) Das Wort für "Weihnachten" bezieht sich auf die Jahreszeit und ihre astrophysikalische Bedeutung bzw. die damit in Zusammenhang stehenden heidnischen oder naturreligiösen Riten.
Weihnachten fällt ja bekanntlich in etwa mit der Wintersonnwende zusammen, und gerade dieses Naturereignis liegt dem ungarischen Wort für Weihnachten, "karácsony", (auszusprechen in etwa káratschoni), zu Grunde.
"Karacsóny" hat seinen Ursprung nämlich entweder in bestimmten bulgarischen Dialekten, wobei das Ursprungswort eben gerade "Sonnenwende" bedeutet, oder in einem albanischen Wort, das eigentlich Holzklotz bedeutet und auf im Winter zelebrierte heidnische Feuerrituale hindeutet (http://hu.wikipedia.org/wiki/Kar%C3%A1csony#A_sz.C3.B3_etimol.C3.B3gi.C3.A1ja), die wohl der symbolischen Vernichtung des Winters dienten.
b) In anderen Sprachen dagegen finden sich Ausdrücke mit eindeutig christlichem Bezug.
Das russische Wort für Weihnachten lautet "Рождество Христово" (auszusprechen in etwa Roschdistwó Christówa), wörtlich übersetzt ergibt das "Geburt Christi".
Auf serbisch heißt Weihnachten "божiић" (auszusprechen in etwa bóschitsch), worin das Wort "бог" (auszusprechen in etwa bog), enthalten ist, das Gott bedeutet.
c) Das deutsche Wort "Weihnachten" und sein tschechisches Pendant "vánoce" (auszusprechen in etwa wáhnotze), scheinen schließlich, was den Gegensatz von heidnisch bzw. naturreligiös und christlich betrifft, eine neutrale Stellung einzunehmen.
Denn als eine besondere, weihevolle Zeit empfinden sowohl Heiden als auch Christen die Tage und Nächte zwischen Heiligabend und Dreikönig.
Autor: Rechtsanwalt Sven Ringhof, www.prilaro.de
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