Oberflächlich betrachtet dienen Fragen dazu, Informationslücken zu schließen und das eigene Wissen zu vermehren.
Fragen lassen sich aber auch dazu nutzen, den Gesprächspartner im eigenen Sinne zu beeinflußen.
In vielen Sprachen besteht nämlich die Möglichkeit, Fragen so zu formulieren, dass deutlich wird, ob man eine politive oder vielmehr eine negative Antwort erwartet.
Betrachten wir dazu ein deutschsprachiges Beispiel, das vielleicht im Rahmen einer wirtschaftspolitischen Diskussion vorkommen könnte:
"Sie befürworten doch nicht etwa die Einführung zusätzlicher gesetzlicher Feiertage?"
Durch die Verwendung des Ausdrucks "doch nicht etwa" sowie durch den Verzicht auf die sonst für Fragen vorgesehene Inversion von Subjekt und Prädikat wird deutlich, dass der Sprecher eine verneinende Antwort erwartet. Auf diese Weise wird dem Angesprochenen der Eindruck vermittelt, dass eine andere als die nahegelegte Antwort einer gründlichen Rechtfertigung bedürfe, was in vielen Fällen zur Folge haben könnte, dass die Frage im gewünschten Sinn beantwortet wird.
Eine etwas mildere Variante würde so lauten:
"Befürworten Sie etwa die Einführung zusätzlicher gesetzlicher Feiertage?"
Die für Fragesätze übliche Wortstellung wird hier zwar beibehalten, das Wort "etwa" suggeriert aber in hinreichender Weise die gewünschte Antwort.
Danke und bis zum nächsten Mal!
Rechtsanwalt Sven Ringhof www.prilaro.de
Freitag, 11. Dezember 2009
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